Pränatale Untersuchungen können viele Fragen aufwerfen – und manchmal auch Unsicherheiten. Uns ist wichtig, dass du weißt,
was dich bei den einzelnen Untersuchungen erwartet, wie sie ablaufen und welches Ziel sie verfolgen. Jede Untersuchung dient dazu, dir möglichst viel Sicherheit zu geben und die Entwicklung deines Kindes verantwortungsvoll zu begleiten.
Dabei gilt immer: Keine Untersuchung ist verpflichtend. Du entscheidest selbst, welche Informationen du erhalten möchtest. Wir begleiten dich mit fachlicher Kompetenz, Zeit für Gespräche und einer verständlichen Einordnung aller Befunde.
Erst-Trimester-Screening (NT-Screening): ein früher Blick auf die Entwicklung
Das Erst-Trimester-Screening findet in der Regel zwischen der 11+0 und 13+6 Schwangerschaftswoche statt. Es handelt sich um eine umfassende Ultraschalluntersuchung, die eine frühe Einschätzung bestimmter Risiken ermöglicht.
Was passiert bei dieser Untersuchung?
- hochauflösender Ultraschall zur Beurteilung des Wachstums deines Kindes
- Messung der Nackentransparenz (NT)
- Beurteilung früh angelegter Organsysteme
- optional: Einbeziehung mütterlicher Blutwerte zur Risikoberechnung
Am Ende der Untersuchung erhältst du eine individuelle Risikoeinschätzung, zum Beispiel für bestimmte Chromosomenstörungen. Wichtig zu wissen: Das Screening liefert keine Diagnose, sondern eine Wahrscheinlichkeitsaussage. Wir erklären dir das Ergebnis in Ruhe und besprechen, ob weitere Schritte sinnvoll sein könnten – oder auch nicht.
Präeklampsie-Screening: Risiken früh erkennen
Die Präeklampsie ist eine Schwangerschaftserkrankung, die meist erst später auftritt. Bestimmte Risikofaktoren lassen sich jedoch bereits im ersten Trimester einschätzen.
Was wird dabei untersucht?
- Blutdruckmessung
- Doppler-Ultraschall der Gebärmutterarterien
- Erfassung mütterlicher Faktoren (z. B. Vorerkrankungen)
- optional: Laborwerte zur weiteren Risikobewertung
Ergibt sich ein erhöhtes Risiko, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Präeklampsie auftreten wird. Vielmehr können Vorsorgemaßnahmen und eine engmaschigere Betreuung helfen, den weiteren Verlauf positiv zu beeinflussen. Wir besprechen das Ergebnis transparent und individuell mit dir.
Feindiagnostik / Organultraschall: detaillierte Einblicke
Der Organultraschall findet meist zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche statt und ist eine der umfassendsten Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft.
Was schauen wir uns an?
- Größe und altersgerechte Entwicklung deines Kindes
- Gehirn, Wirbelsäule, Bauchorgane und Extremitäten
- das kindliche Herz (fetale Echokardiographie)
- Plazenta, Fruchtwassermenge und Nabelschnur
- Blutflussverhältnisse (bei Bedarf mit Doppler)
Ziel ist es, mögliche Fehlbildungen frühzeitig zu erkennen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen. Ein unauffälliger Befund ist für viele Eltern sehr beruhigend. Sollte sich eine Auffälligkeit zeigen, nehmen wir uns Zeit, um das weitere Vorgehen verständlich und einfühlsam mit dir zu besprechen.
Doppler-Sonographie: Versorgung und Durchblutung beurteilen
Die Doppler-Sonographie ergänzt den Ultraschall, indem sie Blutflüsse sichtbar macht. Sie wird eingesetzt, wenn es medizinisch sinnvoll ist – zum Beispiel bei Wachstumsauffälligkeiten oder bestimmten mütterlichen Erkrankungen.
Was bedeutet das für dich?
- keine zusätzliche Belastung für dich oder dein Kind
- farbliche Darstellung von Blutflüssen
- Beurteilung der Plazentafunktion und Versorgungssituation
Die Ergebnisse helfen uns einzuschätzen, ob dein Kind optimal versorgt wird oder ob engmaschigere Kontrollen sinnvoll sind.
Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT): Bluttest ohne Eingriffsrisiko
Beim nicht-invasiven Pränataltest wird eine Blutprobe von dir entnommen. Darin befinden sich geringe Mengen kindlicher DNA, die analysiert werden können.
Was solltest du dazu wissen?
- kein Risiko für das ungeborene Kind
- hohe Sicherheit für ausgewählte Chromosomenstörungen
- keine Diagnostik, sondern ein sehr genaues Screening
Vor der Durchführung klären wir dich ausführlich darüber auf, was der Test leisten kann – und wo seine Grenzen liegen. Ein auffälliges Ergebnis muss immer weiter abgeklärt werden. Auch hier begleiten wir dich Schritt für Schritt.
Gespräche & Beratung: ein fester Bestandteil jeder Untersuchung
Unabhängig von der Untersuchung nehmen wir uns Zeit für deine Fragen. Du erhältst alle Ergebnisse verständlich erklärt – ohne Zeitdruck, ohne Fachchinesisch. Auf Wunsch geben wir dir Bedenkzeit und Informationsmaterial mit, damit du Entscheidungen in deinem eigenen Tempo treffen kannst.
Unser Anspruch ist es, dich medizinisch fundiert und menschlich einfühlsam zu begleiten – damit du dich gut informiert, ernst genommen und sicher fühlst.